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Afadjato-Berg!

Autor: AnnaLena | Datum: 26 April 2015, 14:09 | 0 Kommentare

Der Afadjato! Er wird im kleinen Dörfchen Liati Wote als der größte Berg in Ghana angepriesen und auch der Reiseführer bestätigt diese Aussage. Doch was steckt wirklich dahinter!!!

Sage und schreibe %u201E885 m hoch%u201C ist der Berg. Über einen steilen, steinigen Pfad gelangt man auf die Spitze der Berges. Und stellt euch vor: Oben angekommen, sehen einige andere Berge noch viel höher aus als unserer. Aber diese Begründungen, dass wir auf dem höchsten Berg stehen sollen überzeugend sein:

  1. Mit der Sicht auf Togo sind sich die Ghanaer nicht einig gewesen, ob der gegenüberliegende-höhere Berg nicht schon zu Togo gehört!
  2. Der Berg sei mit Hilfe von einem anderen Berg so hoch wie er nun ist
  3. Die Höhendifferenz von Fuß bis zur Spitze ist höher, der Weg quasi länger, als bei dem gegenüberliegenden Berg.


Okay in Ordnung, ich habe einfach mal alles hingenommen,während ich dann beim zweiten Besuch mit meiner Tante und meinem Onkel der Sache auf den Grund gegangen bin!

Der scheinbar %u201Ehöchste Berg%u201C namens Afadjato in Liati Wote ist nur 614 m hoch, Dank der technischen Geräte. Afadjato bedeutet übersetzt Berg! Wie wäre es also mit %u201EMount-Afadjato-Berg%u201C? ;)

Auf dem Berg findet man ein Schild mit der Beschriftung: %u201EWoa! You have made it. You are on top of the highest mountain in Ghana. Enjoy the panoramic view.%u201D Vorher zahlt man unten in einem Büro noch eine kleine Gebühr und wird dann häufig von einem Führer begleitet, der sich mit der Pflanzenwelt auskennt.

Ist das nicht verrückt? Ein Büro einrichten, ein paar Schilder aufstellen und behaupten, den höchsten Berg von Ghana zu besteigen! :D Man muss scheinbar nur wissen, wie man Geschäfte machen kann. :D (Eine kleine Reflektion von meinem Onkel, meiner Tante und zum Schluss mir) Der echte höchste %u201EBerg-Berg-Berg%u201C liegt weiter im Westen am Volta See, aber ungefähr auf der gleichen Höhe vom %u201EAfadjato%u201C in Liati Wotebei Hohoe. ;)

Nach diesem Erlebnis habe ich gelernt: Ich muss nicht immer gleich alles glauben und kann ruhig auch mal kritisch sein. :D

Lustigerweise werden nicht nur %u201Eweiße Touristen%u201C damit veräppelt, sondern auch genug Ghanaer aus ganz Ghana.

Zu verdanken habe ich diese und weitere Aufklärungen meiner Tante und meinem Onkel die mich über zwei Wochen hier in Ghana besucht haben und sich einen Einblick in meinen Alltag/mein Leben hier in Ghana verschafft haben. Eine sehr schöne Zeit, mit vielen Gesprächen und Erlebnissen, die ich während den nächsten Examen in der Schule verdaut habe. ;)

Dazu eine kleine Neuigkeit: Der Akosombo-Staudamm, der nach Wikipedia 5,5 GW/h von insgesamt 6,5 GW/h (Energie für Ghana) produziert, hat den niedrigsten Wasserstand seit 1966, seitdem er fertig gestellt ist.

Die Begründung, warum der Wasserstand so niedrig ist, ist einmal die Ausdehnung des Volta Sees durch die Abholzung, und zweitens sorgt der Klimawandel dafür, dass der See immer mehr austrocknet.

Durch den steigenden Strombedarf wurden auch ein paar wenige Ölbefeuerte Wärmekraftwerke errichtet. Nun aber müsste der Staudamm in den nächsten Wochen komplett seinen Geist aufgeben. Solar/- und Windenergie sind leider noch nicht genügend entwickelt und wir sind gespannt auf denStromausfall.

PS: Mit der dreifachen Fläche des Wattenmeeres, ist der StauSEE der größte der Welt, dervon den Menschen errichtet wurde.

Ich grüße euch alle aus der sehr schwül-feucht-heißen Regenzeit und wünsche allen daheim noch eine angenehme Frühlingszeit, möglicherweise mit höheren Temperaturen als 15 Grad!

Anna

 

Eine Reise in den Norden

Autor: AnnaLena | Datum: 16 April 2015, 01:28 | 0 Kommentare



Eine
Reise in den Norden



Johannes Busse ein ehemaliger der Norddeutschen Mission
in unserem Hoffmannshaus ist zu Besuch mit dem DAAD „Deutscher Akademischer
Auslands Dienst“ (Praktikum vom Studium) und reist in den Norden für eine
Messe. So beschließen Lara und ich, ihm zu folgen und nehmen eine 12-stündige
Reise auf uns mit dem Trotro. Die bequemere Reise mit dem Flugzeug war uns
nämlich zu teuer.

Und so geht es von Ho nach Hohoe (2 Stunden). Dort verbringen wir eine Nacht im „Grand Hotel“, nachdem wir uns 8 Bananen für 1 cedi (In Ho- 4 Bananen 1 cedi) und Banku mit Okro Stew gekauft und heimlich in unserem Zimmer verzehrt haben.

Nach Empfehlungen stehen wir um 4:30 Uhr am nächsten Morgen auf, um gegen 5:00 Uhr an der Trotrostation zu sein, damit wir früh aufbrechen und nach Damenko (1. Haltestelle) kommen.

Die Straße ist leer gefegt und auch an der Trotrostation, in unserem Trotro saßen erst 2 Leute. 3 Stunden später fahren wir dann also los….2 Stunden später kommen wir in Kpassa an! Leider nicht die gewollte Station, stattdessen werden wir in einen ausgebauten Leichenwagen gesetzt und begleitet von einer riesigen Staubwolke, mitten durch die immer trockener werdende Landschaft gefahren. Jede Tür hat seine eigene Besonderheit, die auch nur der Taxifahrer kennt. Anspringen will der Wagen nur, wenn man 2 Drähte zusammen hielt. 45 Minuten später sind die blauen Flecke auf meinem Po durch eine Eisenstange vorprogrammiert und ich bin froh, aussteigen zu dürfen. :D Weiter geht es mit einem Kleinbus Richtung Damenko, um von dort aus wieder mit dem Taxi (ein andere Leichenwagen) nach Bimbilla zu fahren. Uns fällt dabei auf, dass die Menschen häufig Narben im Gesicht haben und stellen dann fest, dass die Narben für einen Stamm stehen. In Bimbilla angekommen geht es weiter Richtung Yendi! Wieder ein Kleinbus doch diesmal sitzen wir zwei Stunden auf sehr ungemütlichen Holzhockern und oben auf dem Bus sitzen weitere Fahrgäste. Von Yendi aus, kommen wir unserem Ziel dann immer näher und steigen dank der Hilfe einer Frau die uns zur Station führt, in ein gemütliches Trotro Richtung Tamale! Um ziemlich genau 18:00 Uhr kommen wir dann in der größten Stadt der „Northern Region“ an und haben 700 Kilometer hinter uns gelegt!

Der Norden! Wir sind nun von dem tropischen Teil Ghanas, also der Süden, in die Feuchtsavanne, den Norden gefahren. Sprich von 90% Luftfeuchtigkeit zu 10% Luftfeuchtigkeit! Abgesehen von den Wetterzonen, ändert sich auch der Glaube. Die Muslime sind hier in der Mehrheit. Das liegt sogar mit daran, dass die Kolonien der Europäer dort nicht so weit verbreitet waren.

Auf den „Fußgänger/-Fahrradwegen“, die sonst nicht häufig in Ghana vorkommen, muss man vor Fahrädern oder Motorädern ausweichen, während man im Süden eher ein Auto hat oder eben zu Fuß läuft, als dass man sich auf ein Zweirad setzt (Zeichen der Armut im Süden). Zum Verkehr noch ein Wort: Wir stehen an der Ampel: “Oh guck mal, die Ampel wird grün in 3,2,1…äähm die Autos fahren immer noch.“ Jedes Mal ein kleiner Sprint und besonders mit den ganzen Zweirädern ist mir deutlich anders geworden.

Der Unterricht findet teilweise unter Dächern statt ohne Schulgebäude und leben tun die Menschen überwiegend in runden Lehmhütten. An Tieren habe ich zum ersten Mal Pferde gesehen in Ghana, die hier wohl vielseitig verwendet werden. Und auch ein Kamel (eher eine Ausnahme) haben wir auf unserer Fahrt entdeckt.

Angekommen in Tamale, sind Lara und ich ziemlich stolz und stecken voller Elan. So geht es auch gleich am nächsten Tag gemeinsam mit Johannes weiter. In den bekannten Molepark.

200 Ranger kontrollieren 5% der Landesfläche in Ghana, vergleichbar mit der doppelten Größe von dem Saarland oder Monaco. Elefanten, Affen, Antilopen, Vögel, Schmetterlinge, Büffel, Warzenschweine, Krokodile, Leoparden und Löwen sind in diesem Nationalpark zu finden, der vor Brandrodung und Jagd geschützt wird. Büffel und Leoparden sind jedoch eine Ausnahme und eher bei Nacht zu sehen und Löwen befinden sich weiter im Norden.

Gleich nach Ankunft im Molepark durch eine gut ausgebaute Straße können wir schon aus der Ferne die Elefanten am Wasserloch sehen, die sich vor der Sonne schützen und ein frisches Bad genießen. Als uns dann auch zu warm wird, springen wir in den Pool auf der Terrasse! Was eine Verwöhnung!

Während den Führungen zu Fuß und auf einem Jhiep lasse ich mich beeindrucken von den Tieren und der Landschaft.

Aufgrund unseres Elefanteninteresses finden wir heraus, dass wir nur männliche Elefanten antreffen, da die weiblichen Elefanten eher den Kontakt verweigern. Insgesamt leben im Molepark jedoch 400 Elefanten. Bis zu 70 Jahre alt können sie werden und wiegen zwischen 6000-8000 Kilogramm. Außerdem sind sie bis zu 60 km/h schnell und bekommen daher weiteren Respekt vor mir!

Einige Krokodilaugen blitzen uns aus der Ferne an, unzählige Antilopen springen uns über den Weg, einige „Pumba´s“-Warzenschweine kommen an uns vorbei und chillen direkt neben unserem Hotel, wunderschöne, farbenfrohe(-in den farbtopfgefallene) Vögel fliegen an uns vorbei und auch ein paar versteckte Affen können wir entdecken.

Durch die andauernde Suche nach den Tieren, war die Aufregung und Spannung groß und hat mir riesigen Spaß gemacht! Außerdem war es toll, die Tiere in freier Wildnis zu beobachten und sie danach wieder in Frieden zu lassen.

Die Landschaft beeindruckte mich durch die aufgerissenen Böden, mit der Trockenheit und die vielen Pflanzen, die mit so wenig Wasser leben können! Es war einfach traumhaft schön!!

Nach einem sehr entspannten Wochenende, fahren wir dann zurück nach Tamale. (Schließlich müssen wir nun wieder nach unten kommen.) Von dort aus nehmen wir uns einen Bus (mit Plastikbedeckten Sitzen) nach Kumasi und amüsieren uns über den Humor der ghanaischen Filme, die durchgehend abgespielt werden. Mit einem sehr netten Angebot von der EMS Freiwilligen Caro, übernachteten wir bei ihr in Kumasi.

Ein Ausflug zum Bosumtwi Lake Point, zum Königspalastmuseum und dem Culture Center (shopping center) gibt uns die Möglichkeit, Kumasi ein wenig besser kennenzulernen, als die zweite Hauptstadt von Ghana. Ich esse zum ersten Mal den bekannten „Tilapia“-Fisch, wir probieren unser Glück eine Kokosnuss zu besteigen (erfolglos..:D), kaufen ein und lernen die sehr gastfreundliche Familie von Caro kennen.

Und so fahren wir auch schon wieder ganz nach unten passend zum Independence day nach Accra am 6.März!

Es geht los zum Independence Square gegen 6:00 Uhr morgens. Menschenmassen sammeln sich, Feuerwehr, Polizei, Marine, Panzer…ALLES wird aufgestellt und vorgefahren. Die Politiker kommen mit riesigen Autos vorgefahren, Schüler von verschiedenen Schulen marschieren. Es werden Reden gehalten die keiner versteht, aus einem Hubschrauber springen Soldaten und lassen sich abseilen, Flugzeuge sprühen die Farben der ghanaischen Flagge durch die Luft, die Marineschiffe hört man auf dem Meer, und auch die Feuerwehr, Polizei, Marine, Soldaten marschieren über den riesigen Platz! Eine atemberaubende Show mit unvorstellbar aufwendigen Vorbereitungen! Und das JEDES Jahr! Nach circa 6 Stunden ist die Veranstaltung vorbei und die Menschen feiern den Rest des Tages.

Damit geht unsere Reise zu Ende und wir kommen gesund und munter wieder in Ho an!

Wir haben unglaublich viel gesehen und erlebt in einer so kurzen Zeit, aber auch noch nie so viel Zeit in den Transportmittelfahrzeugen verbracht. ;)

 

Haare können ja soo schwer und schmerzhaft sein.

Autor: AnnaLena | Datum: 03 Februar 2015, 23:34 | 1 Kommentare

Ich ging zum Friseur, kaufte mir Goldhaare und setze mich in den Friseursalon. 4 Frauen standen innerhalb von ein paar Sekunden um mich herum und fingen an, meine Haare zu bearbeiten. Es fühlte sich zwischenzeitlich so an, als würden sie mir alle Haare rausreißen doch nach nur 2,45 h war meine Frisur fertig. Das Ergebnis: Goldene, eingeflochtene Haare die bis zu meinem Bauch reichten. Zum Schluss wurden die kleinen Härchen die noch aus meinen geflochtenen Zöpfen guckten abgeschnitten (überschlagen 50 kleine Zöpfe) und dann in kochend heißes Wasser getunkt. Dann wurden mir die Haare stramm zusammengebunden und ich wurde entlassen mit der wichtigen Bitte: „Haare waschen ist untersagt.“

Auf dem Heimweg konnte ich dann mein Gleichgewicht neu sortieren und mich schon mal an die langen und schweren Haare gewöhnen. Jeden Morgen, wenn ich das Aufstehen hinter mich gebracht hatte, ohne mir meinen Rücken zu verrenken, weil ich mal wieder das Gewicht der Haare vergessen hatte, folgte das Zusammenbinden der Haare. Da meine Zopfgummis zu klein geworden waren, mussten nun Stoffreste herhalten.

Während ich am Anfang kaum eine Falte auf meiner Stirn machen konnte, lockerte sich das Ganze irgendwann. Der Grund: Meine Haare rissen aus und es fing fürchterlich an zu jucken. So gab meine Lehrerin mir einen Stab, den ich einfach in meine Haare stecken konnte. Wenn es mich juckte konnte ich ihn einfach nehmen und musste nicht mit meinen Fingern in meinen Haaren rum arbeiten. Nach 2 Wochen jedoch ging es einfach nicht mehr. Meine Haare guckten teilweise sehr auffällig aus den geflochtenen Haaren heraus, meine Haare verabschiedeten sich immer mehr und es hörte nicht mehr auf zu jucken. So verbrachten Lara und ich circa 3 Stunden damit, die goldenen Haare aus meinen Haaren zu entfernen. Anschließend sah ich aus, als stände ich unter Strom und beim Durchkämen entfernten sich unglaublich viele Haare. Nun muss sich meine Kopfhaut erst einmal regenerieren und ich hoffe, dass meine Haare alle wieder nachwachsen, die ich verloren habe.

Ich möchte damit sagen: Ich bewundere alle Frauen, die so einen Schmerz aushalten. Eine Frisur tragen die ghanaischen Frauen teilweise bis zu 2 Monaten. Beim Schlafen, tragen die Ghanaer mit solchen Frisuren oft Haarnetze oder haben Stützen, um nicht auf ihren Haaren schlafen zu müssen. Die Ghanaer haben wirklich tolle Frisuren und ich habe manchmal das Gefühl, jede hat eine andere. Da weiß ich gar nicht mehr ob ich nun auf die Kleider oder auf die Frisur achten soll. Aber auch Perücken tragen einige Frauen, weil die glatten Haare der Europäer oder Amerikaner beneiden. Am besten wären natürlich auch noch blonde Haare. Aber dafür gibt es ja goldene Extensions. ;) 

Meine Haare sind auch aus der Sicht der Ghanaer aber nicht für solche Frisuren geeignet, da sie so weich und glatt sind. Doch immerhin einmal wollte ich den Schmerz spüren, damit ich weiß wie die Frauen sich manchmal fühlen und auf ihrem Kopf rum hauen, um den Schmerz oder das Jucken loszuwerden.

 

Die Küste

Autor: AnnaLena | Datum: 03 Februar 2015, 20:24 | 0 Kommentare

„Glaube an Wunder, Liebe und Glück, schaue nach vorn und niemals zurück.
Tu das, was du willst und stehe dazu, denn dieses Leben lebst nur DU!“

Na ist das nicht ein schöner Neujahrspruch? Mit dem Motto gehe ich nun etwas verspätet in das Jahr 2015 und hoffe, dass auch ihr alle gesund und munter in das neue Jahr gekommen seid. Doch da bei mir schon wieder so einiges passiert ist, muss ich noch vor Silvester starten.

Unser Urlaub entlang der Küste begann am 26. Dezember, nachdem wir kurzerhand 20 Kilo in unseren Reiserucksäcken hatten.

Weihnachten hatten wir schon wieder hinter uns gelassen und nach einem schönen Gottesdienst am Donnerstagmorgen um 7.00 Uhr (25.12) und einem Weihnachtsfilm, um die Weihnachtsstimmung nicht gleich wieder zu verlieren ging es dann los.

Gemeinsam mit zwei Jungs (Benny und Justin) von der NGO, die auch in Ho leben ging es nach Winneba. Wir zogen ein Fischernetz mit 20 anderen Leuten aus dem Wasser (ungefähr eine Stunde) und genossen einen wunderschönen Strand mit Palmen direkt am Atlantik. So kam immer jemand vorbei, der eine Palme hochkletterte und uns Kokosnüsse brachte und ich bewunderte die Fischer, die morgens gegen 10.00 Uhr ihr Netz ins Wasser schmeißen und dann gegen 15.00 Uhr wieder rausziehen. Insgesamt dauert das um die 2-3 Stunden und von überall kommen Leute und packen mit an. Damit das ganze Spaß macht wird ein Motivationssong gesungen und es scheint so, als hätte jedes „Fischernetz“ seinen individuellen Song oder Spruch. Einfach herrlich.

Weiter ging es dann nach Cape Coast, genauer gesagt zum Kakumnationalpark! Dort wartete der „Canopy Walk“ auf uns auf 40 Meter Höhe über dem Regenwald. Wunderschön, nur Elefanten oder Affen bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Dafür lernten wir aber einige interessante Bäume kennen wie zum Beispiel den Gummibaum, den Gottesbaum, den Stachelbaum, den Knochenheilungsbaum, den Pafumbaum, den Trommelbaum (wenn man sich im Regenwald verirrt hat, kann man damit Hilfe holen in dem man mit einem Stein dagegen schlägt) und einen Baum um die Kleidung einzufärben. So fuhren wir mit einem etwas zu teurem Taxi wieder zurück nach Cape Coast, um von dort aus dann wieder zum Nationalpark zu fahren, nur auf die andere Seite.

Der Ort nannte sich Mesomagor und die Fahrt dorthin war so schön im „Nirgendwo“, dass wir anschließend alle eine Art Make-up Schicht im Gesicht hatten vom ganzen Staub. Unser Übernachtungsziel war ein Baumhaus! Die Vorfreude war groß auf ein Baumhaus, mit Moskitonetzen und Matratzen…Pustekuchen! Uns erwartete erstmal ein 2-stündiger Marsch mitten durch den Regenwald in der Abenddämmerung, den ich irgendwie im Reiseführer überlesen hatte. Doch es war eine wunderschöne Idylle und die angenehme Temperatur mit den riesigen Bäumen und den anderen Naturwundern war einfach sehenswert. Ich stelle mir immer vor, dass ich durch so eine Tropenabteilung im Zoo laufe und stelle dann immer wieder fest, dass diese „Tropenabteilung“ aber echt ist mit allen Geräuschen, Gerüchen und Gewächsen und tausend mal schöner ist. Das einzig unpraktische ist nur meiner Größe, um durch den für uns schwer erkennbaren Pfad zum Baumhaus zu gelangen. Nachdem ich dann aber meine Kleidung gut durchgeschwitzt hatte kamen wir am Baumhaus an und ich war erstmal zufrieden, dass wir unser Ziel mit unseren Rangen erreicht hatten. Doch je weiter ich auf der Leiter nach oben stieg, desto mehr wurde mir bewusst, dass dort oben nichts weiter als ein Holzboden mit Geländer war. So suchten wir untereinander Körperwärme um nicht auszukühlen. Wir waren nämlich gemeinsam mit 5 weiteren sehr netten Freiwilligen dort, die wir dann kennengelernt haben zwischen ein paar Stunden Schlaf. Aufregend und kalt! Aber die Atmosphäre war einzigartig. Wann übernachtet man eben schon mal mitten im Regenwald „irgendwo im nirgendwo“. Elefanten und Affen ließen sich auch dort leider nicht blicken, geschweige denn hören. Aber naja, Füchse oder Dachse sieht man in unseren Wäldern ja auch nicht eben mal herum spazieren.

Nachdem ich mich am nächsten Morgen darauf freute, dass das die Temperatur wieder stieg, ging es zurück, diesmal sozusagen mit dem Sonnenaufgang. Auf dem Weg aßen wir eine Kakaofrucht, natürlich nicht den Kern aus dem unsere Schokolade hergestellt wird, sondern die leckere weiß, weiche Masse drum herum. Auch bei der Gari Herstellung in einem Dorf konnten wir kurz zuschauen, denn damit machen wir uns gerne einen leckeren Nachmittagssdrink (Kakao mit Gari und Erdnüssen, wobei wir leider nur Milchpulver zur Verfügung stehen haben). Und so fuhren wir zurück nach Cape Coast City checkten in ein Hotel ein und besuchten unsere Freundin Pat auf dem großen Universitätsgelände. Die EPSU Gruppen trafen sich dort alle aus vielen verschiedenen Orten und sangen, beteten, tanzten und quatschten 4 Tage gemeinsam. Sozusagen wie eine Freizeit. Am Abend vielen wir hundemüde ins Bett und schliefen tief und fest. Immerhin hatten wir noch ein wenig Schlaf von der letzten Nacht nachzuholen.

Am nächsten Tag stand das Geschichtsträchtige und bekannte Cape Coast Castle an. Tausende von Sklaven auf unvorstellbar engem Raum ohne Fenster und Toiletten „gehalten“. Ein Leben in eigenen Ausscheidungen und Krankheiten, während der britische Gouverneur dieselbe Fläche direkt darüber für sich alleine hatte. Dazu gab es eine „door of no retrun“ durch die die Sklaven auf Schiffen in andere Länder nach Europa und Amerika „verfrachtet“ wurden und nie zurückkehrten oder starben auf der qualvollen Seereise.

Das Castle in Cape Coast ist nur eins von 50 anderen Sklavenburgen an der gesamten Küste die nach 1630 entstanden sind. Der Grund für diese Errichtungen war damals die Gier der Europäer und Amerikaner. Opfer des Menschenhandels zwischen dem 15. Und 19. Jahrhundert wurden ungefähr 60 Millionen Afrikaner! Eine sehr bewegende und gute Führung mit einem anschaulichen Museum.

Zum Verarbeiten begaben Lara und ich uns in das Baobab Restaurant, von dem das Einkommen Schulen, Kindern und weitere Aktionen zur Verfügung steht, aßen gemütlich für mich ungewohnte vegetarische Spezialitäten und schauten uns die vielen ungewohnten Weißen auf der Straße an.

Nach einem weiteren Ausflug zu dem Elmina Castle, Wasserabkühlungen im wellenreichen Atlantik und interessanten Gesprächen mit anderen Freiwilligen hatten wir auf  einmal Silvester. Ghanaisch wollten Lara und ich Silvester feiern und so wurden wir von dem Pastor der E.P. Church persönlich begrüßt und saßen in einem 6 stündigem Gottesdienst. Ich hatte bereits eine Erkältung bekommen und je später es wurde desto kälter. Von 21.00 bis 0.00 Uhr verbrachte die Gemeinde damit einen Rückblick über die verschiedenen Aktionen im vergangenen Jahr vorzutragen und um 0.00 begann dann erst der richtige Gottesdienst. Dann wurde es richtig lebendig, draußen hörten wir die Silvesterraketen und wir tanzten in der Kirche. 2015 beginnt! Gegen 4.00 Uhr lagen wir dann auch im Bett und ich stellte Fieber fest. Der 1.1 war der schlechteste Start ins neue Jahr, den ich mir hätte vorstellen können. Ich verbrachte ihn im Krankenhaus mit eine sehr herzlichen und lieben Unterstützung von Lara und Benny. Entlassen wurde ich leider auch nicht aufgrund meines Zustandes und lag somit noch zwei weitere Tage im Krankenhaus mit einer sehr netten und aufmerksamen Betreuung. Herausgestellt hat sich am Ende Malaria und somit konnten wir unseren Urlaub nicht mehr fortsetzen.

Am 4.1 ging es wieder zurück mit einer Zwischen Übernachtung in „Senya Beraku“ einer Burg direkt mit Meeresausblick. Das war ein schöner Wellness Abschluss nach meinem schlechten Gewissen und wir fuhren zurück nach Ho.

Insgesamt war es aber unglaublich, was ich in einer so kurzen Zeit erlebt habe und einfach toll! Sicherlich werde ich diesen Urlaub nicht so schnell wieder vergessen werde. Und manchmal kommen die Dinge eben sehr ungewollt und man muss das Beste daraus machen.

 

Mein Weihnachten darf natürlich auch nicht fehlen ;)

Autor: AnnaLena | Datum: 18 Januar 2015, 22:52 | 4 Kommentare


"Weihnachten! Weihnachten?!"

Ein Weihnachtsfest, dass so schnell vorbei war wie es gekommen war und mit soooo vielen Weihnachtsfeiern verbunden war. Einfach unglaublich schöne Momente, nur die richtige Weihnachtsstimmung kam erst kurz vorher. ;)

Und so gab es erstmal in der Schule eine Feier, bei der die Schüler Lieder, Tänze oder Theaterstücke einstudiert haben und vorführten. Alles fand draußen unter den Mangobäumen statt, die Kinder klatschten, lachten, sangen und tanzten. Es war einfach wunderschön und erinnerte mich auch ein bisschen an meine eigene Weihnachtsfeier an meiner Schule damals. Nur das die drinnen in einem aufgeheizten Raum stattfand bei Minustemperaturen draußen. Am allerletzten Schultag vor den Ferien durften die Kinder dann etwas Leckeres zum Essen mitbringen, haben es mir stolz präsentiert und mir vor allem eine Menge abgegeben, sodass ich auch mit Drinks und Snacks ausgestattet war. Ich hatte echt ein schlechtes Gewissen so viel zu bekommen, aber es war schirr unmöglich ihnen das zu erklären und ihnen zurück zu geben. Stattdessen haben sie sich einfach gefreut, wenn ich mich gefreut habe. Ich habe meiner Klasse dann die Weihnachtsgeschichte noch einmal vorgelesen und den Schülern Papier gegeben, um sich ihre Weihnachten zu malen. Es ist wunderschön zu sehen, wie vertieft die Kinder dabei sein können und wie viel Spaß ihnen das macht. Eine andere Aktion war dann das Sterne basteln, die wir anschließend alle auf ein Plakat geklebt haben. Ja der Umgang mit Schere, Kleber und Papier ist nicht einfach aber wirklich wichtig. Da kann ich ja nun vielleicht dran arbeiten. Zu guter Letzt haben dann die Schüler aber natürlich auch Kekse und das Weihnachtslied „Jingle Bells“, dass ich mit ihnen geübt hatte von mir bekommen. Darüber war die Freude auch sehr groß.

Am Donnerstag (letzter Schultag-18.12), nachdem die Schüler dann frei hatten, gab es noch eine kleine Veranstaltung mit den Lehrern. Das war sehr witzig und eine süße Ziege die am Tag vorher noch fröhlich durch die Schule gezogen wurde, war dann in meiner Suppe mit einem Fufuberg zusammen.

Die nächste Weihnachtsfeier war dann beim Straßenkinderprojekt. Dafür wurde ein Gottesdienst vorbereitet und die Kinder haben das Krippenspiel aufgeführt, sowie ihre Lieder gesungen, die wir mit ihnen geübt hatten. Unsere Weihnachtsmützen und Weihnachtsdeko hatten wir auch mitgebracht. Das fanden die Kinder auch total schön, schade war nur, dass ein paar große Jungs (zwischen 17-20 Jahren)die Weihnachtsfeier gerne ausnutzen, weil sie wissen, dass sie was bekommen. Und so haben sie auch unsere Weihnachtsdeko mehr oder weniger mitgenommen. Naja, das war dann unser Weihnachtsgeschenk an sie. Die Kleineren haben dafür dann noch mehr Süßigkeiten bekommen, natürlich auch von uns und so waren sie ganz glücklich und zufrieden.

Ansonsten sah man nicht so viel Weihnachtsdeko. Und doch überraschte uns hin und wieder ein Plastikbaum mit viel Lametta un Lichterketten.

Unser Weihnachtsgottesdienst fand am 23.12 statt in der „Carols night“- die Nacht der Lieder. Das war extra für Kinder gemacht mit vielen Liedern, Tänzen und der Weihnachtsgeschichte natürlich. Und da hatte ic das erste Mal das Gefühl: Es ist Weihnachten. Den Heiligabend verbrachten wir dann damit, unseren Weihnachtsbusch zu schmücken, der aus Palmenwedel bestand, ein paar Weihnachtsgrüße zu verteilen und dann mit den 2 Mädels vom DRK (Isi und Rike) zu kochen und einen leckeren Nudelauflauf mit KÄSE zu essen! Dazu gesellte sich an dem Abend dann auch noch eine andere Freiwillige aus Ho (Lena), die ich am Nachmittag in der Stadt getroffen hatte und gar nicht wusste, wo sie Weihnachten feiern sollte. Und so hatten wir einen ganz gemütlichen Abend mit tollen reflektierenden Gesprächen von bisherigen Erlebnissen und Eindrücken. "Blunya na wo"-Frohe Weihnachten

Ps.:Weihnachten wird hier erst am 25. Dezember gefeiert mit dem Gottesdienst am Morgen und dann ist am 26. Dezember die Bescherung.

 

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