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Meine ersten Erlebnisse

Autor: AnnaLena | Datum: 20 September 2014, 20:53 | 5 Kommentare

Meine Reise hat begonnen und ich befinde mich bereits seit knapp 4 Wochen in Ghana,
nachdem ich meine Liebsten alle verabschiedet habe. Es war ein eigenartiges Gefühl mit der
Gewissheit in den Flieger in Bremen zu steigen, dass ich meine Familie und
Freunde für ein Jahr nicht sehen werde, aber das muss man eben auch mal erleben.
Und ich hatte ja auch eine wunderschöne Abschiedsparty, die ich ganz sicher nicht so schnell vergessen werde.

Dann war es soweit! Mein erster richtiger Flug, für mich mit rieeesen Maschinen.
Nach einem kurzen Umstieg im „super KLEINEN" (Ironie) Flughafen London ging es
direkt nach Accra (zu viert). Hannah und Maren, die nach 3 Wochen weiter
Richtung Togo fahren und Lara und ich, die in Ghana bleiben. Festgestellt habe ich dabei, dass die
Flugzeugsitze nach meiner Vorstellung einfach nicht für große Leute gebaut sind.
;) Halb so wild! Nach Ankunft in Accra, Passkontrolle und Koffersuche wurden
wir super herzlich von 3 Männern und einer Frau (Godwin unserem Mentor, dem Fahrer
Sebastian und 2 Aufpassern, Michael und Julie) empfangen, die ein Schild mit
unseren Namen in der Hand hielten und auf uns zu stürmten. Stimmt, wir waren
echt nicht zu übersehen. Ein Gefühl an das man sich wirklich erst gewöhnen muss.
Wir bekamen im Auto gleich Reis mit einer schönen scharfen Soße (Stew) und
Wasser für die 4 stündige Fahrt! Ich war völlig fertig und sehr müde. Dennoch
war es einfach super spannend und auf der Straße begegneten wir immer wieder Schlaglöchern,
Menschen, Ziegen, Hunden, Hühnern oder anderen Vögeln vor denen wir (unser
Fahrer) ausweichen mussten. Sprich, der Fahrer muss sich total konzentrieren
und die Mitfahrer die Körperspannung behalten. :D In Ho angekommen gegen 2.00
Uhr (4.00 Uhr eure Zeit) wurden wir kurz in unser Hotel „Hoffmannshaus" eingewiesen.
Wortwörtlich Hotel, denn das Haus ist wirklich riesig und hat eine super
Ausstattung! Ihr müsst euch vorstellen, es war früher das Missionshaus in dem
die Freiwilligen nun immer leben dürfen. Mit Pure-Water-Packs (Plastiktüten mit
Wasser) ging es dann ans Zähne putzen. Da musste ich mich erstmal dran
gewöhnen, nur mit Trinkwasser die Zähne zu putzen. Auf der Toilette sollte man
sich daran erinnern, das Klopapier in einen Mülleimer zu schmeißen.

In der Nacht genieße ich die krähenden Hähne (die irgendwie nie die Zeit im Blick
haben), Vögel die teilweise ein Geräusch von sich geben wie ein Wecker und
anderen surrenden Tieren, aber auch immer wieder Musik, die hier irgendwie
immer und überall ist (wunderschön, nur manchmal ein bisschen laut). Ja und das war dann auch schon unsere erste Nacht! Keine 24 Stunden vorher war ich noch in Deutschland.

Am nächsten Morgen (Sonntag) wurden wir in der „Evangelical Presbyterian Church"
(E.P.C.) unserer zukünftigen Gemeinde vorgestellt, die mit gefühlten 1000
Leuten gefüllt war. Der Grund: Es wurde der Gottesdienst „General Assembly"
gefeiert, bei dem 40 Theologen gesegnet werden und nur einmal im Jahr
stattfindet. Wir als etwas verwirrte, frisch angekommene Freiwilligen begaben
uns dann also mit einem Lächeln auf die Bühne und waren dann auch wieder froh
nach so viel Aufmerksamkeit unsere Plätze wieder einnehmen zu dürfen. :D

Da wir überall hingefahren wurden am ersten Tag, seien es nur gefühlte 10 Meter, konnte
ich schon mal das Verkehrssystem begreifen. :D Also man fährt wohl rechts, aber
wenn man links abbiegen möchte, dann fährt man halt auf der linken Straßenseite.
Man fährt nach Gefühl. Wie man so schön sagt: „In der Ruhe liegt die Kraft!"
Vorfahrt hat der, der sie sich nimmt. Dadurch wird am laufenden Meter gehupt
und Taxis findet man auch überall. Das mit der Ruhe könnte man sich in Deutschland auch mal angewöhnen. ;)

Und so verlief unsere erste Woche mit Haus putzen, den ersten Stromausfall erleben,
die wichtigsten Grundnahrungsmittel ausfindig machen, eine Menge Leute der E.P
Church kennenlernen, SIM Karten und Internetsticks kaufen, und die Kleidung
bewundern. Dazu gewöhnen wir uns nun auch langsam an den Tagesrhythmus! Früh
aufstehen (allerspätestens gegen 6.30 Uhr) und abends früh im Haus sein, denn
um 18.00 Uhr wird es dunkel und dann sollten wir nicht unbedingt auf der Straße
sein.

In unserem „Hoffmannshaus" haben wir häufig netten Besuch von unseren Nachbarn,
die uns entweder unterhalten, uns etwas beibringen (Kokosnuss aufschlagen,
Spiele, kochen) oder sich einfach nur nett vorstellen möchten. Allerdings gibt
es hier auch eine große Fläche sauber zu halten und wir haben uns schon mit ein
paar netten Haustieren auseinander gesetzt (Ameisen oder Eidechsen). Die
Ameisen in der Küche, wenn wir einen Krümel liegen gelassen haben und die
Eidechsen sind immer sehr schön anzusehen. Sie machen Liegestützen und bewegen
sich elegant. :D

Unser Alltag ergibt sich nach und nach. In den ersten 2 Wochen hatten wir zu viert
einen Sprachkurs für „Ewe" mit „Referent Why"! Das war total klasse und er ist
die Ruhe in Person. Zum Beispiel waren wir mit ihm einmal auf dem Markt und er
hat uns die „Ewe" Begriffe für die Lebensmittel beigebracht, mit der passenden
Satzbildung dazu, wenn wir etwas kaufen möchten. So konnten wir Zucker aus
Zuckerohren probieren und ich aß einen kleinen frittierten weißen Fisch, der
wie Chips schmeckt, nur ein bisschen weicher! Nun haben wir also ein paar
Grundkenntnisse und Hannah und Maren haben uns nach dem Sprachkurs dann auch
Richtung Togo verlassen.

Ansonsten findet jeden Morgen um 8.00 Uhr eine „Morning Devotion" eine Art Morgenandacht
statt, gedacht als Zusammenkunft, bevor man zur Arbeit geht. Wir sitzen dort
zusammen mit unserem Moderator „Francis", dem Clerk „Godwin" und anderen
Pastoren und Mitarbeiter der E.P. Church. Wir werden häufig nochmal persönlich
danach begrüßt und gefragt wie es uns geht. Wie eine Familie, das ist wirklich
sehr schön. Zusätzlich ist es auch eine Ehre, denn immerhin ist Francis der
Chef der gesamten E.P. Church!!!!