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Weitere kleinere Ausflüge, Fortschritte in der Schule und Weihnachsgestaltung ;)

Autor: AnnaLena | Datum: 07 Dezember 2014, 16:15 | 0 Kommentare

Amedzofe

Es ging nach Amedzofe zu Fidel, einem wirklich sehr gutem Freund. Fidel ist eigentlich unser Nachbar, studiert in Amedzofe aber Lehramt. Er bestieg mit uns den zweitgrößten Berg von Ghana den „GEMI-Mountain“ (German-Evangelical-Mission-Institution). Dort waren damals Deutsche Missionare die eine Kirche auf dem Berg und eine Schule in der Stadt gebaut haben. Dementsprechend trafen wir auch eine Menge „weiße“ Leute und stellten fest, dass zwei Freiwillige von den vieren aus Ho vom Roten Kreuz sind. Anschließend besichtigten wir noch einen Wasserfall, zu dem es diesmal von Anfang an steil hinab ging und wir aufpassen mussten, dass wir nicht auf unserem Allerwertesten darunter schliddern. :D Der Weg hatte sich aber gelohnt, denn ein Wasserfall ist einfach wert gesehen zu werden mit der Landschaft, den Tieren und den Höhlen drum herum.

Ada-Foah

Aber es geht gleich weiter, denn nachdem wir die Freiwilligen aus Ho (Rike und Isi) schon etwas kennen gelernt hatten, beschlossen wir zusammen nach Ada-Foah zu fahren für einen Wochendurlaub und Laras Geburtstag. Die Fahrt dorthin war schon sehr lustig, denn nach einer Stunde Trotro mussten wir umsteigen in ein Taxi und von dort aus wieder in ein Trotro, um dann mit dem Motorrad direkt zum Strand gebracht zu werden. Heeerrlich!! Ada- Foah liegt direkt am Volta Delta. Das bedeutet, direkt an der Mündung. Und genau dazwischen ist ein klitzekleiner Streifen, der ungefähr 100 Meter breit ist. Und genau dort sind die Strandhüttchen in denen die Betten direkt auf dem Sand stehen und wir schlafen durften. Einfach herrlich und wir hatten einen wunderschönen Tag. Wir trafen dort noch andere Freiwillige vom Roten Kreuz und tauschten uns aus über bisherige Erfahrungen, feierten in Laras Geburtstag am Lagerfeuer rein, welches direkt am Wasser war und nahmen ein Mitternachtsbad.

In meiner Schule

Wir hatten nicht nur tolle Wochenenden, auch die Schule ist wieder gut im Gange und die Lehrer haben eine Menge zu tun, um den Schulstoff vom Schulstreik nachzuholen. Denn die Lehrer haben bestimmte Daten, um Exams zu schreiben, die alle Klassen schreiben müssen.

Für mich ist das Reading Project eine schöne Aufgabe, um mich intensiver mit einer kleineren Gruppe von Kindern zu beschäftigen und das macht mir sehr viel Spaß. So verstehe ich von Tag zu Tag mehr, wie die Schule sich organisiert, versuche aber für mich noch eine Strategie zu finden, um meine zweite Klasse mit 44 Schülern in Griff zu kriegen, wenn Doris (meine Lehrerin) kurzfristig den Klassenraum verlässt und ich leider nicht so gut alles auf Ewe erklären kann und den Stock immer noch nicht verwende. Mir sind aber schon ein paar kleine Ansätze gelungen. Einmal mit Bonbons als Belohnung, dafür das sie ruhig waren und mir zugehört haben und ich habe mit einer Art Ball einzelne Kinder belohnt, weil ich ihn nur denen zugeworfen habe, die auf ihren Plätzen, saßen, meinen Namen nicht durch die gesamte Klasse geschrien und die Antwort für sich behalten haben. Damit konnte ich sie motivieren, auf ihrem Platz sitzen zu bleiben und mir zuzuhören. Sprich, ich habe immer wieder mal kleine Erfolgserlebnisse, die ich auf keinen Fall vernachlässigen möchte, aber es gibt einfach noch so unglaublich viel, was ich gerne besser machen würde. Eine Sache muss ich noch loswerden: Ich kann die Leute hier ja auch echt schlecht einschätzen, was das Alter betrifft, aber das ich zwischen 20 und 30 eingeschätzt werde, erstaunt mich dann doch immer wieder.

Und damit wünsche ich euch nun eine wunderschöne Advents- und Weihnachtszeit! Genießt die Kälte für mich mit, das gemütliche Einkuscheln und Beisammensein.  (Lara und ich sind auf der Suche nach einer Weihnachtspalme und auch mit Adventskalendern sind wir gut asugestattet, dank tollen Familien und Freunden. :) Zu den Mahlzeiten wiederholen wir nun alle möglichen Weihnachtslieder und versuchen uns dabei zweistimmig. Abends um 21:00 und um 22:00 Uhr läuft auch immer „Stille Nacht“ in irgendeiner Kirche bei uns in der Nähe.)Zum Wetter: Bei uns bricht auch so langsam der Herbst an und die Blätter fallen, aber das liegt nur daran, dass es immer heißer und trockener wird. Und es bildet sich irgendwie ein Dunst hier. Demnächst kommt dann wohl auch noch der Saharasand dazu, der zu uns rüber gepustet wird. ;)

Und damit ganz herzliche Trockenzeitgrüße von Annaa

 

Unser erster Kurzurlaub in Keta

Autor: AnnaLena | Datum: 07 Dezember 2014, 15:52 | 0 Kommentare


Weiter ging es eine Woche später: Eigentlich wollten wir nach Amedzofe um Fidel zu besuchen, da der aber keine Zeit für uns hatte, beschlossen wir kurzfristig nach Keta zu fahren von Freitag bis Sonntag! Da Vitalis (ein anderer Freund) uns sowieso gerne sein Elternhaus zeigen wollte, fuhren wir am Freitagnachmittag, nachdem wir Godwin überzeugt hatten, das wir auf uns aufpassen und ihn jeden Morgen und Abend anrufen, los. Mit dabei war noch Mawuli, ein anderer Freund, der wie wir unbedingt an den Strand wollte und schwimmen lernen wollte. Je näher wir an die Küste kamen, desto mehr bestaunte ich die ganzen Palmen am Wasser und die vielen Fischer. Wir kamen in Keta an, einer Stadt, die zwischen einer riesigen Lagune und dem „wilden Atlantik“ liegt. Damals war Keta für die Händler sehr praktisch, an das heute die „Prinsensten Burg“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Fort_Prinzenstein ) der Niederländer erinnert und mittlerweile direkt am Meer liegt, weil das Wasser immer näher kommt und Keta zunehmend bedroht. Doch zugegeben, ich genoss die Küste trotzdem sehr, mit dem Wasser, das mir an die Beine peitschte, dem Windzug, der mir um die Ohren flatterte und dem Rauschen der Wellen.

Am Samstag und Sonntag verbrachten ein bisschen Zeit am Strand, kamen aber leider nicht ohne Sonnenbrand davon. Am Sonntagmorgen genossen wir dann den Sonnenaufgang, für den wir extra gegen 4:30 Uhr aufstanden. (Dabei entdeckten wir im Sternenhimmel den großen Wagen!!!!-da fühlt man sich doch wie zu Hause) ;) Das Schöne am Sonnenaufgang war, das auch die Fischer aufbrachen, nachdem sie ihr Geschäft direkt am Strand neben uns erledigt hatten. Da war unsere Frage auch geklärt, was die weißen Würstchen zu bedeuten haben, die wir am vorherigen Tag entdeckt, aber glücklicher Weise nicht angefasst hatten.

Verpflegt wurden wir von Vitalis Mama und Schwester, die immer sehr liebevoll Essen zubereiteten, während uns Vitalis Vater, der schon 70 Jahre alt ist (und ich ihm niemals angesehen hatte, wie bei den meisten Alterseinschätzungen, mit denen wir ins „Klo greifen“) uns eine Menge über seine Familie erzählte. Unter anderem das sein Bruder Arzt in Deutschland ist. Wirklich total interessant.

Leider mit einer enttäuschenden Feststellung unserer Freunde am Abend nach Ankunft in Ho. Denn Lara und mir ist aufgefallen, dass wir nirgendwo alleine hindurften und sehr viel Geld ausgegeben wurde, ohne dass wir es wollten. Die Folge darauf war, dass Vitalis viel zu viel Geld von uns verlangte, aber nicht verstand, was ich ihm vorrechnete. Zusätzlich stellte sich heraus, dass wir wohl beklaut wurden und Mawuli und Vitalis sich daraufhin gegenseitig die Schuld zuschoben. Nach ein paar Tagen stellte sich Mawuli dann, aber auch Vitalis hatte uns noch seine Liebe offenbart und daraufhin waren Lara und ich komplett abgewandt. Das war eine sehr anstrengende Woche mit den Gesprächen und ich war sehr enttäuscht und traurig.

 

Ein Pat-Wochenende!

Autor: AnnaLena | Datum: 07 Dezember 2014, 14:04 | 0 Kommentare

Hallo Ihr Lieben,

nach einer längeren Funkstille melde ich mich auch mal wieder. Bei mir ist inzwischen einiges passiert und ich habe tolle Wochenendtrips hinter mir. Aber auch sonst habe ich unglaublich viel erlebt und muss mich nun erstmal sortieren, um euch daran teilhaben zu lassen. :D
Erst einmal müsst Ihr wissen, dass die Lehrer hier für ungefähr 2 Wochen gestreikt haben. So durften wir von einem auf den anderen Tag zu Hause bleiben. Da Anna an dem Wochenende beim Joggen allerdings über irgendeinen von unendlich vielen Steinen gestolpert war, ohne dies zu realisieren, bekam sie einen angeschwollenen Fuß. Somit war diese Woche sehr praktisch, um den blöden Fuß wieder auf die Reihe zu bekommen und der bekam sogar noch Privatmassagen von unserer Freundin Pat. Tja und sie war dann auch voll der Überzeugung, dass es meinem Fuß am Samstag wieder gut ging und so wurden wir um 4:30 Uhr morgens geweckt, ich wiederhole um 4:30 Uhr, und zur Sporthalle geschleppt, wo wir dann 2,5 Stunden Sport getrieben haben. Und das hatte es in sich! Ausdauer, Dehnung und Krafttraining. Eigentlich waren wir danach fix und alle, aber Pat lud uns noch zum Essen ein. Und kaum waren wir fertig mit dem Reis, gingen wir auf den Markt, um die Lebensmittel für Banku einzukaufen, welches wir dann selbst zubereiten durften. Am Abend aßen wir dann gemeinsam mit Pat und ihrem Freund in Pats Zimmer, da es anfing zu regnen. (Den Regen unter einem Blechdach zu ertragen, finde ich auf Dauer bewundernswert.) Das war ein wunderschöner Abend mit sehr tiefgehenden Gesprächen und ich bekam noch eine Fußmassage und anstatt einer Salbe verwendete sie frischen Harz. Anschließend wurde mein Fuß dann mit Limone eingestrichen (schön diese natürlichen Heilmittel). Und zum Thema Fußball: Hier wird ja sowieso schon überall Fußball gespielt und unsere Bundesliga gucken auch viele Ghanaer, aber das sie das gesamte Zimmer wie Pat voll mit Fußballern hängen haben, ist wirklich der Wahnsinn. :D (Unsere Bundesligaergebnisse werden sogar ab und zu im Radio durchgegeben!)

Am nächsten Morgen ging es dann wieder in die Kirche und am Nachmittag sollte unser Chor singen. Und zwar auf einer Beerdigung von dem Sohn eines EPSU Vorsitzenden, der bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Sprich eigentlich eine traurige Angelegenheit. Für uns vielleicht! Hier bedeutet das, die Leute tragen rote oder schwarze Kleider und drücken damit ihre Stimmung aus, also, dass sie trauern. Und sie weinen auch und trauern, aber der Tag der Beerdigung wird hier dann eher gefeiert und zieht sich über mehrere Tage hinweg. Dafür reist die Familie aus ganz Ghana an und ist eine unglaubliche teure Angelegenheit. Die Familien planen eine Beerdigung teilweise ein halbes Jahr vorher. Der Leichnam wird aufbewahrt in einem Beerdigungsinstitut.

Wir, als Chor und EPSU Mitglieder wurden mit einem Pickup transportiert. Eigentlich ist der nur für 6 Leute gedacht, da wir aber um die 20 Leute waren, stand der Rest hinten auf der Ladefläche und hat gesungen. Heerrlich!! Angekommen ging es auch gleich los und unser Chor sang wieder mal Lieder, die wir nicht kannten. :D Aber das machte auch gar nicht so viel, denn ich wurde immer schön zum Tanzen aufgefordert und verbrachte so knapp 2 Stunden damit, mich an den Tanzstil anzupassen (Aber ich fühle mich oft genug wie ein Sack neben den Ghanaern, die können einfach so toll tanzen.). Auf der Rücktour haben Lara und ich uns dann auch durchgesetzt und durften auf der Ladefläche mitfahren. Das fanden die alle sehr lustig, und ich auch, aber nur, weil ich oben raus ragte. :D Am Abend waren wir dann fix und alle und hatten aber ein sehr schönes „Pat-Wochenende“ genossen!