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Afadjato-Berg!

Autor: AnnaLena | Datum: 26 April 2015, 14:09 | 1 Kommentare

Der Afadjato! Er wird im kleinen Dörfchen Liati Wote als der größte Berg in Ghana angepriesen und auch der Reiseführer bestätigt diese Aussage. Doch was steckt wirklich dahinter!!!

Sage und schreibe %u201E885 m hoch%u201C ist der Berg. Über einen steilen, steinigen Pfad gelangt man auf die Spitze der Berges. Und stellt euch vor: Oben angekommen, sehen einige andere Berge noch viel höher aus als unserer. Aber diese Begründungen, dass wir auf dem höchsten Berg stehen sollen überzeugend sein:

  1. Mit der Sicht auf Togo sind sich die Ghanaer nicht einig gewesen, ob der gegenüberliegende-höhere Berg nicht schon zu Togo gehört!
  2. Der Berg sei mit Hilfe von einem anderen Berg so hoch wie er nun ist
  3. Die Höhendifferenz von Fuß bis zur Spitze ist höher, der Weg quasi länger, als bei dem gegenüberliegenden Berg.


Okay in Ordnung, ich habe einfach mal alles hingenommen,während ich dann beim zweiten Besuch mit meiner Tante und meinem Onkel der Sache auf den Grund gegangen bin!

Der scheinbar %u201Ehöchste Berg%u201C namens Afadjato in Liati Wote ist nur 614 m hoch, Dank der technischen Geräte. Afadjato bedeutet übersetzt Berg! Wie wäre es also mit %u201EMount-Afadjato-Berg%u201C? ;)

Auf dem Berg findet man ein Schild mit der Beschriftung: %u201EWoa! You have made it. You are on top of the highest mountain in Ghana. Enjoy the panoramic view.%u201D Vorher zahlt man unten in einem Büro noch eine kleine Gebühr und wird dann häufig von einem Führer begleitet, der sich mit der Pflanzenwelt auskennt.

Ist das nicht verrückt? Ein Büro einrichten, ein paar Schilder aufstellen und behaupten, den höchsten Berg von Ghana zu besteigen! :D Man muss scheinbar nur wissen, wie man Geschäfte machen kann. :D (Eine kleine Reflektion von meinem Onkel, meiner Tante und zum Schluss mir) Der echte höchste %u201EBerg-Berg-Berg%u201C liegt weiter im Westen am Volta See, aber ungefähr auf der gleichen Höhe vom %u201EAfadjato%u201C in Liati Wotebei Hohoe. ;)

Nach diesem Erlebnis habe ich gelernt: Ich muss nicht immer gleich alles glauben und kann ruhig auch mal kritisch sein. :D

Lustigerweise werden nicht nur %u201Eweiße Touristen%u201C damit veräppelt, sondern auch genug Ghanaer aus ganz Ghana.

Zu verdanken habe ich diese und weitere Aufklärungen meiner Tante und meinem Onkel die mich über zwei Wochen hier in Ghana besucht haben und sich einen Einblick in meinen Alltag/mein Leben hier in Ghana verschafft haben. Eine sehr schöne Zeit, mit vielen Gesprächen und Erlebnissen, die ich während den nächsten Examen in der Schule verdaut habe. ;)

Dazu eine kleine Neuigkeit: Der Akosombo-Staudamm, der nach Wikipedia 5,5 GW/h von insgesamt 6,5 GW/h (Energie für Ghana) produziert, hat den niedrigsten Wasserstand seit 1966, seitdem er fertig gestellt ist.

Die Begründung, warum der Wasserstand so niedrig ist, ist einmal die Ausdehnung des Volta Sees durch die Abholzung, und zweitens sorgt der Klimawandel dafür, dass der See immer mehr austrocknet.

Durch den steigenden Strombedarf wurden auch ein paar wenige Ölbefeuerte Wärmekraftwerke errichtet. Nun aber müsste der Staudamm in den nächsten Wochen komplett seinen Geist aufgeben. Solar/- und Windenergie sind leider noch nicht genügend entwickelt und wir sind gespannt auf denStromausfall.

PS: Mit der dreifachen Fläche des Wattenmeeres, ist der StauSEE der größte der Welt, dervon den Menschen errichtet wurde.

Ich grüße euch alle aus der sehr schwül-feucht-heißen Regenzeit und wünsche allen daheim noch eine angenehme Frühlingszeit, möglicherweise mit höheren Temperaturen als 15 Grad!

Anna

 

Eine Reise in den Norden

Autor: AnnaLena | Datum: 16 April 2015, 01:28 | 0 Kommentare



Eine
Reise in den Norden



Johannes Busse ein ehemaliger der Norddeutschen Mission
in unserem Hoffmannshaus ist zu Besuch mit dem DAAD „Deutscher Akademischer
Auslands Dienst“ (Praktikum vom Studium) und reist in den Norden für eine
Messe. So beschließen Lara und ich, ihm zu folgen und nehmen eine 12-stündige
Reise auf uns mit dem Trotro. Die bequemere Reise mit dem Flugzeug war uns
nämlich zu teuer.

Und so geht es von Ho nach Hohoe (2 Stunden). Dort verbringen wir eine Nacht im „Grand Hotel“, nachdem wir uns 8 Bananen für 1 cedi (In Ho- 4 Bananen 1 cedi) und Banku mit Okro Stew gekauft und heimlich in unserem Zimmer verzehrt haben.

Nach Empfehlungen stehen wir um 4:30 Uhr am nächsten Morgen auf, um gegen 5:00 Uhr an der Trotrostation zu sein, damit wir früh aufbrechen und nach Damenko (1. Haltestelle) kommen.

Die Straße ist leer gefegt und auch an der Trotrostation, in unserem Trotro saßen erst 2 Leute. 3 Stunden später fahren wir dann also los….2 Stunden später kommen wir in Kpassa an! Leider nicht die gewollte Station, stattdessen werden wir in einen ausgebauten Leichenwagen gesetzt und begleitet von einer riesigen Staubwolke, mitten durch die immer trockener werdende Landschaft gefahren. Jede Tür hat seine eigene Besonderheit, die auch nur der Taxifahrer kennt. Anspringen will der Wagen nur, wenn man 2 Drähte zusammen hielt. 45 Minuten später sind die blauen Flecke auf meinem Po durch eine Eisenstange vorprogrammiert und ich bin froh, aussteigen zu dürfen. :D Weiter geht es mit einem Kleinbus Richtung Damenko, um von dort aus wieder mit dem Taxi (ein andere Leichenwagen) nach Bimbilla zu fahren. Uns fällt dabei auf, dass die Menschen häufig Narben im Gesicht haben und stellen dann fest, dass die Narben für einen Stamm stehen. In Bimbilla angekommen geht es weiter Richtung Yendi! Wieder ein Kleinbus doch diesmal sitzen wir zwei Stunden auf sehr ungemütlichen Holzhockern und oben auf dem Bus sitzen weitere Fahrgäste. Von Yendi aus, kommen wir unserem Ziel dann immer näher und steigen dank der Hilfe einer Frau die uns zur Station führt, in ein gemütliches Trotro Richtung Tamale! Um ziemlich genau 18:00 Uhr kommen wir dann in der größten Stadt der „Northern Region“ an und haben 700 Kilometer hinter uns gelegt!

Der Norden! Wir sind nun von dem tropischen Teil Ghanas, also der Süden, in die Feuchtsavanne, den Norden gefahren. Sprich von 90% Luftfeuchtigkeit zu 10% Luftfeuchtigkeit! Abgesehen von den Wetterzonen, ändert sich auch der Glaube. Die Muslime sind hier in der Mehrheit. Das liegt sogar mit daran, dass die Kolonien der Europäer dort nicht so weit verbreitet waren.

Auf den „Fußgänger/-Fahrradwegen“, die sonst nicht häufig in Ghana vorkommen, muss man vor Fahrädern oder Motorädern ausweichen, während man im Süden eher ein Auto hat oder eben zu Fuß läuft, als dass man sich auf ein Zweirad setzt (Zeichen der Armut im Süden). Zum Verkehr noch ein Wort: Wir stehen an der Ampel: “Oh guck mal, die Ampel wird grün in 3,2,1…äähm die Autos fahren immer noch.“ Jedes Mal ein kleiner Sprint und besonders mit den ganzen Zweirädern ist mir deutlich anders geworden.

Der Unterricht findet teilweise unter Dächern statt ohne Schulgebäude und leben tun die Menschen überwiegend in runden Lehmhütten. An Tieren habe ich zum ersten Mal Pferde gesehen in Ghana, die hier wohl vielseitig verwendet werden. Und auch ein Kamel (eher eine Ausnahme) haben wir auf unserer Fahrt entdeckt.

Angekommen in Tamale, sind Lara und ich ziemlich stolz und stecken voller Elan. So geht es auch gleich am nächsten Tag gemeinsam mit Johannes weiter. In den bekannten Molepark.

200 Ranger kontrollieren 5% der Landesfläche in Ghana, vergleichbar mit der doppelten Größe von dem Saarland oder Monaco. Elefanten, Affen, Antilopen, Vögel, Schmetterlinge, Büffel, Warzenschweine, Krokodile, Leoparden und Löwen sind in diesem Nationalpark zu finden, der vor Brandrodung und Jagd geschützt wird. Büffel und Leoparden sind jedoch eine Ausnahme und eher bei Nacht zu sehen und Löwen befinden sich weiter im Norden.

Gleich nach Ankunft im Molepark durch eine gut ausgebaute Straße können wir schon aus der Ferne die Elefanten am Wasserloch sehen, die sich vor der Sonne schützen und ein frisches Bad genießen. Als uns dann auch zu warm wird, springen wir in den Pool auf der Terrasse! Was eine Verwöhnung!

Während den Führungen zu Fuß und auf einem Jhiep lasse ich mich beeindrucken von den Tieren und der Landschaft.

Aufgrund unseres Elefanteninteresses finden wir heraus, dass wir nur männliche Elefanten antreffen, da die weiblichen Elefanten eher den Kontakt verweigern. Insgesamt leben im Molepark jedoch 400 Elefanten. Bis zu 70 Jahre alt können sie werden und wiegen zwischen 6000-8000 Kilogramm. Außerdem sind sie bis zu 60 km/h schnell und bekommen daher weiteren Respekt vor mir!

Einige Krokodilaugen blitzen uns aus der Ferne an, unzählige Antilopen springen uns über den Weg, einige „Pumba´s“-Warzenschweine kommen an uns vorbei und chillen direkt neben unserem Hotel, wunderschöne, farbenfrohe(-in den farbtopfgefallene) Vögel fliegen an uns vorbei und auch ein paar versteckte Affen können wir entdecken.

Durch die andauernde Suche nach den Tieren, war die Aufregung und Spannung groß und hat mir riesigen Spaß gemacht! Außerdem war es toll, die Tiere in freier Wildnis zu beobachten und sie danach wieder in Frieden zu lassen.

Die Landschaft beeindruckte mich durch die aufgerissenen Böden, mit der Trockenheit und die vielen Pflanzen, die mit so wenig Wasser leben können! Es war einfach traumhaft schön!!

Nach einem sehr entspannten Wochenende, fahren wir dann zurück nach Tamale. (Schließlich müssen wir nun wieder nach unten kommen.) Von dort aus nehmen wir uns einen Bus (mit Plastikbedeckten Sitzen) nach Kumasi und amüsieren uns über den Humor der ghanaischen Filme, die durchgehend abgespielt werden. Mit einem sehr netten Angebot von der EMS Freiwilligen Caro, übernachteten wir bei ihr in Kumasi.

Ein Ausflug zum Bosumtwi Lake Point, zum Königspalastmuseum und dem Culture Center (shopping center) gibt uns die Möglichkeit, Kumasi ein wenig besser kennenzulernen, als die zweite Hauptstadt von Ghana. Ich esse zum ersten Mal den bekannten „Tilapia“-Fisch, wir probieren unser Glück eine Kokosnuss zu besteigen (erfolglos..:D), kaufen ein und lernen die sehr gastfreundliche Familie von Caro kennen.

Und so fahren wir auch schon wieder ganz nach unten passend zum Independence day nach Accra am 6.März!

Es geht los zum Independence Square gegen 6:00 Uhr morgens. Menschenmassen sammeln sich, Feuerwehr, Polizei, Marine, Panzer…ALLES wird aufgestellt und vorgefahren. Die Politiker kommen mit riesigen Autos vorgefahren, Schüler von verschiedenen Schulen marschieren. Es werden Reden gehalten die keiner versteht, aus einem Hubschrauber springen Soldaten und lassen sich abseilen, Flugzeuge sprühen die Farben der ghanaischen Flagge durch die Luft, die Marineschiffe hört man auf dem Meer, und auch die Feuerwehr, Polizei, Marine, Soldaten marschieren über den riesigen Platz! Eine atemberaubende Show mit unvorstellbar aufwendigen Vorbereitungen! Und das JEDES Jahr! Nach circa 6 Stunden ist die Veranstaltung vorbei und die Menschen feiern den Rest des Tages.

Damit geht unsere Reise zu Ende und wir kommen gesund und munter wieder in Ho an!

Wir haben unglaublich viel gesehen und erlebt in einer so kurzen Zeit, aber auch noch nie so viel Zeit in den Transportmittelfahrzeugen verbracht. ;)